Seit Jahrzehnten werden alte Schiffstypen liebevoll gepflegt, erneuert („Hohentwiel“) oder, falls nicht mehr vorhanden, nachgebaut - beispielsweise die Kolumbusschiffe, die Mayflower, mehrere Wikingerschiffe, die griechische Tryere, aber auch kleine Schiffe an Seen und Flüssen.

Am Bodensee wusste vor dreißig Jahren kaum noch jemand von der Existenz der Lastsegelschiffe, die seit dem 15. Jh. den See in großer Zahl  befuhren. Die größeren nannte man „Lädinen“ und die kleineren „Segmer“. Diese Schiffe transportierten Salz von Ost nach West, Bausteine aus dem südlichen Rorschach nach den nördlichen Uferorten und landwirtschaftlichen Produkten zu den Märkten der Städte und Lagerhäusern von Handelsherren und Klöstern.

Im Wort „Lädine“ steckt das alemannische „Lädi“ (Ladung, Last), in „Segmer“ das uralte griechisch/römische Fachwort für Tragtierlast, die nach Überqueren des Bernhardinopasses auf diese Schiffe im Ostteil des Bodesees umgeladen wurde. Diese Schiffe hatten nach mediterranem Vorbild einen karweel beplankten Rumpf im Gegensatz zum geklinkerten der nördlichen Meere. Der einzige Mast trug ein Rahsegel. Bei Flaute konnten die Schiffe gerudert oder am flachen Ufer entlang gestakt werden. Sie besaßen einen flachen Boden, konnten deshalb nicht kreuzen. Das seitliche Steuerruder an der Backbordseite gilt als Besonderheit dieser alten Bodenseeschiffe. Die Schiffe waren 15 m bis über 30 m lang. Ihre Tragkraft reichte bis 120 t. Nach dem Aufkommen der Dampfschifffahrt und der Fertigstellung der Bodenseegürtelbahn verschwanden diese hölzernen Lastschiffe. Letzte Exemplare fuhren bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.